Spur-News + Spur-Historie

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Spur-News

Die 59. Spielzeit unseres Theaters beginnt am 13. Oktober 2019, 19 Uhr mit der Premiere der Wiederaufnahme von „Ninon Hesse zähmt den Steppenwolf“, literarisch-musikalische Soiree von Peter M. Wolko mit Briefen von Ninon und Hermann Hesse sowie Texten von Gisela Kleine im Bücherland in der Karlsruher Oststadt.

Die gleiche Produktion zeigen wir auch bei zwei Gastspielen am 20. Oktober, 19 Uhr im Studio Rabus in Durlach und am 10. November, 19 Uhr im Ökumenischen Gemeindezentrum in Oberreut.

 „Spur“-Historie

Das Theater „Die Spur“ wurde im November 1961 von Peter M. Wolko als freie Gruppe gegründet. Es ist ein geschätzter Bestandteil der Karlsruher Kulturszene sowie der von Baden-Württemberg. „Die Spur“ war von 1964 bis 2016 die Bühne des Stadtjugendausschusses e.V. Karlsruhe und von 1982 bis 2016 im Jubez am Kronenplatz beheimatet. Seit März 2016 agiert das Theater als semiprofessionelle Kleinbühne und spielt im Karlsruher Allee-Hotel. Sie bringt pro Spielzeit zwei Inszenierungen und eine Wiederaufnahmen heraus. Der Bühne gehören derzeit sechs Theaterleute an, die ihre kulturelle Arbeit neben der beruflichen Tätigkeit, Schule oder im Ruhestand ausüben. Sie verstehen ihr künstlerisches Schaffen als Gegengewicht zum Alltag und leisten damit einen besonderen Beitrag zur Erreichung der Schlüsselkompetenz Kultur.

Der Anspruch des Ensembles an die Bühnenproduktionen unter professionellen Bedingungen ist – auch durch jahrelange intensive Ausbildung – permanent gewachsen und hat es in die Semiprofessionalität geführt. Auf der „Spur“-Bühne stehen Darsteller mit über 15-jähriger Theatererfahrung, was in der freien Kulturszene beispielhaft sein dürfte. „Die Spur“ ist eine innovative Kleinbühne unter professioneller Leitung, deren Kompetenz und künstlerischer Anspruch sich auch im Niveau des Spielplans manifestieren. Sie arbeitet bei der Fortbildung der Schauspieler mit Theaterprofis zusammen. Bisher fanden über 90 Theaterworkshops statt.

Der Spielplan der „Spur” spannte sich  von HBild 2 Die Spur Nathan Projektans Sachs bis Heinrich Böll und enthält Stücke von Fernando Arrabal bis Thornton Wilder. Ein besonderes Augenmerk galt früher der Pflege des dramatischen Schaffens von Anton Tschechow und Jean Tardieu bzw. gilt seit zwei Jahrzehnten Günther Weisenborn.

Wichtige Autoren waren: Carlo Goldoni, Georges Feydeau, James Saunders, Eugène Ionesco, Sophokles und Dario Fo, Bertolt Brecht, Tankred Dorst, Christine Brückner, Michael Ende, Jean Genet, Botho Strauß, William Shakespeare, J. W. von Goethe, Edward Albee und G. E. Lessing sowie Kurt Tucholsky und Erich Kästner im Kabarett bzw. im Kinder-und Jugendtheater insbesondere Otfried Preußler, Friedrich Karl Waechter, Pauline Mol, Wilfrid Grote, Paula B. Mader, Ken Campbell, Gotthard Kuppel,  Antoine de Saint-Exupéry und Lutz Hübner. Als Grundtendenz des Spielplans er letzten Jahre hat sich eine Mischung aus absurden und zeitkritischen Stücken sowie anspruchsvoller Unterhaltung herauskristallisiert. Daneben waren die Pflege des zeitgenössischen Kinder- und Jugendtheaters sowie des literarischen Kabaretts viele Jahrzehnte Spielplan-Schwerpunkte.

Neben engen Kontakten zu Theatern in Deutschland, Belgien, Frankreich und Japan kooperiert(e) „Die Spur” mit ausländischen Bühnen, und zwar in Straßburg/Frankreich, Forli/Italien, Kaposvar/Ungarn, Krasnodar und Sotschi, beide Russland. Von 1983 bis 1994 fanden in diesem Rahmen 27 Auslandsgastspiele und 29 Theaterbegegnungen im In- und Ausland statt. Bei nationalen und internationalen Festivals vertrat „Die Spur” 56 mal die Kulturszene der Stadt Karlsruhe, des Landes Baden-Württemberg bzw. Deutschlands und wurde mehrfach ausgezeichnet. Im Jahre 1989 gehörte das Theater beim Wettbewerb kommunaler Bürgeraktionen in Baden-Württemberg zu den PreistrBild 3 - Die Spur. Das Hexenalphabet jpegägern und erhielt zudem einen Sonderpreis.  Zum 40. Theater-Geburtstag im Jahre 2001 wurde „Die Spur” für ihre Verdienste um das Amateurtheater vom Landesverband Amateurtheater Baden-Württemberg mit der Ehrenmaske ausgezeichnet. Zweimal war „Die Spur“ an den Europäischen Kulturtagen Karlsruhe (1994 und 2006) beteiligt. Im Jahre 1996 erhielt die Bühne für ihre ausländische Partnerschaftspflege und Ensemble-Ausbildung einen Förderpreis des (ehemaligen) Süddeutschen Rundfunks.

Bild 4 - Die Spur. Zähmung des Steppenwolfs. jpegDas Theater „Die Spur” hat in seinen bisher 58 Spielzeiten insgesamt 189 Inszenierungen/ Neuinszenierungen von 158 Stücken/Collagen und 26 Kabarett (15)-, Musiktheater (7)- und Pantomime (4)-Programmen herausgebracht, und zwar davon 38 als Uraufführungen, 53 als Karlsruher Erstaufführungen sowie 53 im Kinder- und Jugendtheater und 67 in der „Studio-Reihe”.

Die bisher über 2 400 Aufführungen sahen 161 500 Zuschauer in sieben Staaten, davon über 42 000 die 568 Vorstellungen im Kinder- und Jugendtheater. 404 Gastspiele führte „Die Spur” an 81 Orten in Deutschland, Frankreich, Italien, Ungarn, Belgien, Russland (früheren Sowjetunion) sowie der ehemaligen DDR durch, 166 davon im ländlichen Raum bzw. in Heilbädern von Baden-Württemberg.

„Die Spur” war 1972 Gründungs- bzw. ist seitdem Mitglied des Landesverbandes Amateurtheater Baden-Württemberg e.V. bzw. über diesen im Bund Deutscher Amateurtheater e.V. (BDAT) und gehörte 1994 zu den Gründungsmitgliedern des Vereins „Kinder- und Jugendtheater Karlsruhe e.V. Bluemix“, wo sie bis zu dessen Schließung (2004) elf Inszenierungen herausbrachte. Der Theaterleiter Peter M. Wolko und seine Stellvertreterin sind beide Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande.

„Innovation und Tradition, verbunden mit Persönlichkeitsnähe und hohem persönlichem Engagement – darin liegt die Einzigartigkeit und Stärke der ältesten Amateurbühne der Stadt […] Das kleine Theater hat in den vergangenen fünf Jahrzehnten in der fascettenreichen Kunst- und Kulturszene in Baden-Württemberg seine eigene unverwechselbare Spur gezogen. […] In den fünfzig Jahren seines Bestehens haben die Mitglieder des Theaters “Die Spur” unzählige Stunden ehrenamtlicher Arbeit auf kulturellem Gebiet geleistet. Dafür gelten Ihnen allen mein Dank und meine ausdrückliche Anerkennung.” [1]

[1] Stefan Mappus MdL, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg (2011)