Pressespiegel

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„Die Spur“ im Spiegel der Presse

Die Leiden des jungen Werther (Wolko/von Goethe)

Das Theater „Die Spur“ brachte diesen Klassiker des Sturm und Drangs nun in einer Dramatisierung von Peter M. Wolko auf die Bühne. In einem in Schwarz und Rot gehaltenen schlichten Bühnenbild, entspann sich unter der Regie des Autors, daBild 5 - Pressespiegel. Die Leiden des jungen Werther. jpg001s tragische Spiel der Protagonisten (...) Deswegen bedient sich Wolkos Fassung eines Tricks: Er führt eine Rahmenhandlung ein. Diese ist denkbar einfach gehalten, aber wirkungsvoll in ihrer Funktion. Johann
Christian Kestner und seine Frau Charlotte, geborene Buff, dargestellt von Michael Casper-Müller
und Ulrike Wolko, sitzen im Grünen auf einer Bank beim Wein und erinnern sich an ihren alten Freund Goethe und an die Zeiten, als dieser den Werther schrieb. (...) Die jeweiligen Angelpunkte und entscheidenden Szenen wurden von Patrick Burkart als Werther, Christa Fischer als Lotte und Casper-Müller als Albert in ein fesselndes Spiel umgesetzt. (...) Das engagierte Spiel der Akteure ließ (...) keine Langeweile aufkommen. Dazu wurde das
Stück durch das Saxophon-Spiel von Judith Hafner klug untergliedert mit Momenten, in denen das Gesehene sich setzen konnte. Durchaus eine reife Leistung.

Jens Wehn, Badische Neueste Nachrichten, Karlsruhe vom 20.10.2011

 

Die Zähmung des Steppenwolfs (Wolko/N.  Hesse/Kleine)

Bild 6 - Pressespiegel. Die Zähmung des SteppenwolfsDie Hesse-Expertin Gisela Kleine fand in der Ehe zwischen Ninon und Hermann, die sie beide noch persönlich kennenlernte, den kräftigsten Beweis dafür, dass Hesse sich durchaus in Abhängigkeit zu einer anderen Person sah, also zu Ninon, was so gar nicht dem Klischee des einzelgängerischen Steppenwolfs entsprach. Auf Grundlage von Kleines Doktorarbeit bot nun das Theater „Die Spur“ im Jubez eine Hommage an Ninon Hesse (...).

 

Die literarisch-musikalische Soiree von Peter M. Wolko beleuchtete mit Texten, Briefen und Gedichten die enge und intensive Beziehung zwischen Hermann und Ninon. Es lasen Christa Fischer, Ulrike Wolko und Patrick Burkart. Ideal ergänzt wurde die szenische Lesung mit feinem Jazz des Helmholtz-Gymnasium-Ensembles „Bad-Better-Best“. (...) Das lesende Trio brachte diese Lebensgeschichte eindrücklich dar. Es wurde deutlich, dass der vermeintliche Eremit sich ab einem gewissen Punkt von Ninon abhängig machte. (...) Beide blieben 35 Jahre lang bis zu Hesses Tod verheiratet.

Torben Halama, Badische Neueste Nachrichten, Karlsruhe vom 16.4.2013

 

Das Herz eines Boxers (Hübner)

Bild 7 - Pressespiegel. Das Herz eines BoxersDas von Regisseur Peter M. Wolko in großer Klarheit und auf den Verzicht von Nebensächlichkeiten angelegte Stück – bereits im ebenfalls von Wolko gestalteten, betont sachlichem Bühnenbild wird die Stoßrichtung deutlich – führt zwei Menschen zusammen, die trotz aller Verschiedenheit eines gemeinsam haben, nämlich die Sehnsucht. Der jugendliche Straftäter Jojo (Marcel Seekircher) verspürt sie nach einem Mädchen, in das er verliebt ist, den Altenheimbewohner Leo drängt es zur Freiheit. (…) Anfänglich empfinden beide gegenseitigen Widerwillen, doch irgendwann lässt Leo die Deckung fallen und Jojo erkennt in dem alten Mann jemanden, der gar nicht so sehr anders ist, als er selbst. Michael Casper-Müller und Marcel Seekircher spielen die sich entwickelnde Freundschaft mit langem Atem und lassen sich für die Entwicklung ihrer Figuren die nötige Zeit. In behutsamen Schritten beginnen beide sich dem jeweils anderen zu öffnen. Leo kann Jojo ein paar ganz gute Tipps geben, wie es ihm gelingen könnte, sein geliebtes Mädchen zu erobern, und Jojo kann Leo mit tatkräftiger Unterstützung schließlich zu seiner letzten Freiheit verhelfen.     

Jens Wehn, Badische Neueste Nachrichten, Karlsruhe vom 16.11.2013

 

Nathan-Projekt (Wolko/Lessing)

Bild 8 - Pressespiegel. Nathan-ProjektEin Edelstein, der einen Ring schmücken soll, muss eingefasst werden. Eine Einfassung gab, um im Bild zu bleiben, auch Peter M. Wolko, der mit diesem Stück auch sein 60. Bühnenjubiläum feierte, seiner Bearbeitung von Lessings „Nathan der Weise“, die als „Nathan-Projekt“ durch das Theater „Die Spur“ uraufgeführt wurde. In der erwähnten Einfassung fügt Wolko dem Stück einen Prolog und einen Epilog hinzu, der es mit aktuellen Geschehnissen in Verbindung bringt. (...)

Wolko hat Lessings Text auf seine Kernelemente reduziert. Dies sicherlich zum einen, um ihm einige Pointiertheit zu geben, (...). Zum anderen kommt diese Eindampfung den schauspielerischen Fähigkeiten des Ensembles entgegen. (...) Denn der „Nathan“ ist kein Spielstück, sondern verlangt den virtuosen Umgang mit Sprache und Sprechen. Das hat Wolko klug erkannt. Und so gelingt Michael Casper-Müller ein überzeugender Nathan, der die Christin Recha (Nicole Bernhardt) an Kindes statt bei sich aufnimmt und erzieht. Ulrike Wolko fällt in der Rolle der Daja, einer Christin und Gesellschafterin in Nathans Haus, die Aufgabe zu, die Handlung als Erzählerin voranzutreiben. Marcel Seekircher hat als Sultan Saladin und Tempelherr eine Doppelrolle zu schultern. (...) Nicht über- oder unterspielt, sondern genau richtig, war (...) die Musik des Jazz-Quartetts „Bad-Better-Best“ (Paul Beskers, Paul Renfranz, Tabea Kind und Julian Heinzel an Saxophon, Gitarre, Klavier und Schlagzeug), welche die Szenenabfolge gliederte.    

Jens Wehn, Badische Neueste Nachrichten, Karlsruhe vom 6.10.2015

 

Shakespeare als Amuse bouche (Shakespeare/Wolko)

Unter dem Titel "Shakespeare als Amuse bouche" hat Theaterleiter Peter M. Wolko Szenen zu bestimmten Themen ausgewählt und mit erläuternden Texten verbunden. Diese bieten auch den einen oder anderen Deutungs- oder Bedeutungshinweis an. "Hamlet" hat so viele und teils widersprüchliche Interpretationen erfahren, wie kaum ein anderes Drama. (...) Wolko konzentriert sich thematisch auf das Verhältnis des dänischen Prinzen zu seinen Eltern. Musik von Julian Heinzel stimmt auf die kennzeichnenden Szenen ein: Auf der Terrasse des Schlosses begegnet Hamlet (Version 2Marcel Seekircher) dem Geist seines Vaters (Michael Casper-Müller), der ihm erzählt, dass er ermordet wurde, und ihn beauftragt, Rache zu üben. Dieser Geist ist kein körperloses Gespenst, sondern ein höchst präsenter korpulenter Mann im königsblauen, mit Gold eingefassten Mantel (Kostüme: Ulrike Wolko). Dem Sohn erscheint sein Vater übermächtig. Hamlets Verhältnis zu seiner Mutter, der Königin Gertrude (Ulrike Wolko), hingegen ist ambivalent, wie das aggressiv und erotisch aufgeladene Gespräch der beiden offenbart. 

Mit den Szenen aus "Was ihr wollt" lockert sich die Stimmung im Pavillon des Allee-Hotels, der dem Theater aktuell als Spielstätte dient. Doch die Komödie enthält auch tragische Elemente, wie die erste Begegnung der Gräfin Olivia (Judith Hafner) und dem Hofnarren Feste (Mar

el Seekircher) und das halb gesprochene, halb gesungene Schlusswort "Denn der Regen, der regnet jeglichen Tag" des alternden Narren zeigen. Szenenapplaus gab es für Michael Casper-Müller, der als aufstrebender, aufgeblasener Verwalter Malvolio eine Nummer zwischen höfischem Tanz und Striptease hinlegt. 

Sibylle Orgeldinger, Badische Neueste Nachrichten vom 24.10.2016