Stücke

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RINGPARABEL AUS NATHAN DER WEISE 

Dramatisches Gedicht von Gotthold Ephraim Lessing, Musik von Julian Heinzel

In Lessings dramatischen Gedicht „Nathan der Weise“, von dem Peter M. Wolko vor zwei Jahren eine zeitgemäße Fassung unter dem Titel „Nathan-Projekt“ an unserem Theater herausgebracht hat, stellt Sultan Saladin dem Juden Nathan die Frage, welche Religion er für die Wahre hält. Dieser antwortet ihm mit der berühmten Ringparabel, basierend auf der Boccaccio im „Decamerone“, aus uraltem orientalischem Sagenschatz ins Abendland über-nommenen Fabel von den drei Ringen als Allegorie der drei Weltreligionen (Judentum, Christentum, Islam), die letztlich nicht so verschieden sind, da sie sich in ihren Grundzügen gleichen. In der Ringparabel wird nicht nur eine religiöse Toleranz, sondern außerdem eine Art der übergreifenden Humanität propagiert.

Unter der Regie von Peter M. Wolko spielen Michael Casper-Müller (Nathan) und Marcel Seekircher (Sultan Saladin).

Vorstellungen: 9. September 2017 (Karlsruher Theaternacht)

 

NINON HESSE ZÄHMT DEN STEPPENWOLF

Literarisch-musikalische Soiree von Peter M. Wolko mit Texten von Ninon und Hermann Hesse sowie Gisela Kleine und Musik von Judith Hafner

 

Ninon Hesse (1895-1966), die Gefährtin Hermann Hesses während seiner letzten 35 Lebensjahre, war eine außergewöhnliche Frau. Das zeigt sich nicht nur anhand ihrer an ihn gerichteten Briefe, die Gisela Kleine herausgegeben hat und durch die „nicht so sehr ein Bild des Schreibers entsteht, als ein Bild des Empfängers“. Sie schildern auch den abenteuerlichen Weg, den die in Wien Medizin, Kunst und Archäologie studierende und seit 1918 für einige Zeit mit dem bekannten Karikaturisten Dolbin verheiratete junge Frau einschlug. 1927 brach sie alle Brücken hinter sich ab und beschloss, den Dichter des „Steppenwolfs“ aus seiner lebensbedrohlichen Krise zu retten. Die Soiree schildert die Lebensgeschichte einer hochgebildeten Frau, die Hesse die Ausgewogenheit seines Spätwerks mit ermöglichte.

In der szenischen Einrichtung von Peter M. Wolko verkörpern Ulrike Wolko und Michael Casper-Müller das kongeniale Autorenpaar.

WA-Premiere: 4. November 2017, Vorstellung und Gastspiel im November 2017

 

 

GEORG FRIEDRICH HÄNDELS AUFERSTEHUNG

Novelle aus "Sternstunden der Menschheit" von Stefan Zweig

Literarisch-musikalische Soiree von Peter M. Wolko mit Musik von G. F. Händel und Zeitgenossen für Trompete und Cembalo       

In „Sternstunden der Menschheit“, zwölf 1945 erschienenen historischen Miniaturen, apostrophiert Zweig die Geschichte als „die größte Dichterin und Darstellerin aller Zeiten“. In einem psychologisch dichtem, novellistisch gestrafften, Stil zeichnet er ihre dramatisch geballten, schicksalsträchtigen Stunden nach – Sternstunden, die über Jahrzehnte und Jahr-hunderte entschieden. In der Musiknovelle „Georg Friedrich Händels Auferstehung“, die sich mit der Entstehung des Oratoriums „Der Messias“ befasst, versucht er, das Unbegreifliche des schöpferischen Augenblicks darstellbar zu machen, wobei der besondere Reiz der Prosadichtung in der Verbindung von sprachlichen, musikalischen und theologischen Motiven liegt.

Georg Friedrich Händel (1685-1759), der neben Bach bedeutendste Komponist des Barockzeitalters, schuf 1772 in drei Wochen sein bekanntestes Werk und bedeutendes Oratoriums „Der Messias“ mit einer Darstellung des Lebens Jesu. Peter M. Wolko hat aus der Novelle eine literarisch-musikalische Collage geschaffen, die mit Musik von G. F. Händel und Zeitgenossen für Trompete und Cembalo musikalisch umrahmt wird.

In der szenischen Einrichtung von Peter M. Wolko verkörpern Ulrike Wolko, Michael Casper-Müller und Marcel Seekircher die Figuren der Novelle, musikalisch umrahmt von Willi Brabletz (Trompete) und Volker Rabus (Cembalo).

Premiere: Anfang März 2018, Vorstellung und Gastspiel im März 2018