GOETHES UNERFÜLLTE LIEBEN IM LEBEN UND WERK

Collagenstück von Peter M. Wolko mit Gedichten + Texten von Johann Wolfgang von Goethe sowie der „Marienbader Elegie“ von Stefan Zweig

Goethe, der zeitlebens von Frauen angebetete Dichter, der sich meist in der Rolle des Abwehrenden und Flüchtenden erlebt hatte, verfiel mit 72 Jahren in eine schwärmerische Leidenschaft für eine junge Frau, die unerfüllt blieb. Auch in seinem Werk finden wir einige unerfüllte Lieben von Traumpaaren der Weltliteratur. So endet Werthers unglückliche Liebesleidenschaft für Lotte mit seinem tragischen Freitod und Torquato Tassos Liebe zur Prinzessin von Este bleibt unerfüllt. Auch Fausts späte Leidenschaft für Gretchen findet ein Ende in deren Selbstmord im Gefängnis. 

Unter dem Titel „Trilogie der Leidenschaft“ hat Goethe im Jahre 1827 erstmals drei Gedichte zusammengefasst, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten und aus verschiedenen Anlässen in den Jahren 1824 und 1824 entstanden waren. „So kam es denn, dass alle drei jetzt beisammen stehenden Gedichte von demselbigen liebesschmerzlichen Gefühle durchdrungen worden und jene Trilogie der Leidenschaft sich bildete, ich wusste nicht wie“, berichtete Goethe über seine Komposition. Das erste Gedicht „An Werther“ wurde im März 1824 als Einleitung einer 50-jährigen Jubiläumsausgabe des „Werther“ verfasst. Das letzte Gedicht der Trilogie, das als erstes noch im böhmischen Marienbad Mitte August 1823 entstanden war, fand unter dem Titel „Aussöhnung“ seinen Platz als Ausklang der großen Liebesklage. Den Mittelteil der Trilogie mit dem Titel „Elegie“ schrieb Goethe Anfang September 1823 auf der Rückfahrt von Karlsbad nach Thüringen in der Reisekutsche. Der Anlass war die endgültige Trennung Goethes von der 19-jährigen Ulrike von Levetzow. 

Diesem Ereignis und wie es dazu kam hat Stefan Zweig, dessen 80. Todestages die literarische Welt im Februar 2022 gedenkt, in seiner berühmten Sammlung von historischen Begebenheiten „Sternstunden der Menschheit“ unter dem Titel „Die Marienbader Elegie“ eine reizende Novelle gewidmet.

Peter M. Wolko hat mit Goethes „Trilogie der Leidenschaft“ und Zweigs Miniatur ein außergewöhnliches und von leidenschaftlicher, aber unerfüllter Liebe handelndes Collagenstück geschaffen. In seiner szenischen Einrichtung verkörpern Ulrike Wolko, die mit der Premiere ihr 60. Bühnenjubiläum feiert, und Michael Casper-Müller die interessanten Figuren des Stückes, musikalisch begleitet von Julian Heinzels kongenialer Musik. 

Premiere der Uraufführung: 24. April 2022, 19 Uhr im Ökumenischen Zentrum Oberreut, Bernhard-Lichtenberg-Straße 46-48

Gastspiel:12. Juni 2022, 19 Uhr im Bücherland, Gerwigstr. 35